1963

Gertrud Schäfer und eine Schalker Hochzeit Gertrud Schäfer und eine Schalker Hochzeit

Bei den Westfälischen Hallenmeisterschaften am 27. Januar in Dortmund startete die vorjährige Deutsche Jugendmeisterin Gertrud Schäfer zum ersten Mal in der Seniorenklasse. Sie holte auf Anhieb den ersten Titel im Kugelstoßen mit einer Weite von 13,04 m.


WAZ Artikel vom 11.02.1963 WAZ Artikel vom 11.02.1963

Wilma Wildemann( Fabert) startete bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften am 09.02. in Dortmund. Da sie auch noch über 80 m startete, konnte sie sich nicht ausschließlich auf den Weitsprung konzentrieren. Aber die 5,80 m im ersten Versuch reichten ihr zum Titelgewinn.Im Sprintfinale über 80 m belegte sie in 10,2 Sek. den 4. Platz. Unsere 4 x 1 Runde Staffel der Männer galt mit der besten Vorlaufzeit in 1:15,4 Min. (eine Runde je 160 m) als Favorit für das Finale. Es standen bereit: Hans Terdenge, Dieter Schäferbartholt, Werner Wildemann und Günther Rostek. Hans Terdenge wechselte als zweiter nur knapp hinter dem 10,4 Sprinter Schulte aus Dorsten. Dieter Schäferbartholt gelang es, zu dem führenden Dorstener auf- zulaufen. Beim Wechsel zu Werner Wildemann wurde Werner gerempelt und fiel der Länge nach auf die Bahn und wurde noch durch die Spike eines anderen Läufers an der Hand verletzt. Damit war die Chance auf einen weiteren Titel dahin.

Jürgen Faude und Wilma -Wildermann Fabert. Jürgen Faude und Wilma -Wildermann Fabert.

Bei den 10. Deutschen Hallenmeisterschaften am 10. März in der Deutschlandhalle startete zum ersten Male unser Neuzugang Jürgen Faude über 800 m. Obwohl er den bisherigen deutschen Hallenrekord des Hörders Paul Schmidt ( 1:50,4)um 0,2 Sekunden unterbot, reichte es nur zum Titel eines deutschen Vizemeisters, denn Jörg Lawrenz steigerte sich unter den Anfeuerungsrufen seiner Berliner Landleute auf 1:49,5 und brachte damit den Titel an sich.
Wilma Wildemann-Fabert belegte im Weitsprung nach großartigem Kampf gegen die dreifache Meisterin Helga Hoffmann ( ATSV Saarbrücken) und die Europameisterin von 1958, Liesel Luxenburger ( Saar 05 Saarbrücken) mit 6,06 m den 3. Platz. Einen guten 6. Platz erreichte Wilma im Endlauf über 60 m in 7,8 Sekunden.

Unsere DMM Mannschaft von 1963. Unsere DMM Mannschaft von 1963.

Jetzt haben auch die Leichtathletik-Senioren des FC Schalke 04 einen Träger des National-trikots. Jürgen Faude wurde auf Grund seines guten Abschneidens bei den Deutschen Hallen-meisterschaften in Berlin in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Der Gegner am 22./23.März 1963 in der Stuttgarter Killesberghalle hieß England. Der Länderkampf wurde von Deutschland mit 92:58 Punkten überlegen gewonnen.
Bereits acht Tage nach seinem ersten Länderkampf trug Jürgen Faude zum zweiten Mal das Nationaltrikot. Der DLV hatte ihn für den Länderkampf Frankreich – Deutschland in Lyon für den 600 m Lauf und die 4 x 800 m-Staffel nominiert.Im 600 m-Lauf siegte er nach einem taktisch klugem Rennen in 1:19,5 Min. Zweiter wurde Klaus Wengoboski ( D) 1:19,5 Min. Dritter Gilbert Lundt ( F) 1:19,6 Min. und Vierter Gaudry (F) 1:19,7 Min.
Zwei Stunden später nach diesem harten Lauf ging Jürgen Faude wieder ins Rennen. In der abschließenden 4 x 800-m-Staffel lief er wieder ganz hervorragend. Dennoch ging die Staffel verloren, da der deutsche Schlußläufer Balke seinen ins Rennen mitbekommenen Vorsprung nicht gegen den französischen Weltklasseläufer Jazy verteidigen konnte. Frankreich gewann den Länderkampf mit 67:55.
Am 23. März fanden in Herne die Westfälischen Waldlaufmeisterschaften statt. Westfälische Waldlaufmeisterin wurde bei den Schülerinnen A Annemarie Henneken.
Die B-Schüler Honrath und Schulz errangen den 2. und 3. Platz. Die Mannschaftswertung gewannen sie mit Lücke. In der Frauenklasse ( 1250 m) ging unsere junge Kreiswaldlaufmeisterin Annerose Frey an den Start. Gegen starke Konkurenz wurde sie ausgezeichnete Fünfte.

Kreistitel im Jahre 1963. Kreistitel im Jahre 1963.

Kreismeisterschaften 1963
Großkampfstimmung in der Leichtathletikabteilung des FC Schalke 04. Am 8./.9.Juni weilten unsere Männer und männliche Jugend B in Iserlohn um mit dem Tus Iserlohn 46 und dem SSV Ahlen in einem Durchgang zur DMM der Klasse A bzw. einen DJMM-Durchgang der Klasse 2 die Kräfte zu messen. Mit 18619 Punkte ereichten unsere Männer eine neue westfälische Bestleistung. Diese großartige Leistung beruht auf einer besonders bei den Läufern guten Breitenarbeit und, was nicht vergessen werden darf, einer Kameradschaft innerhalb der Wettkampfmannschaft, die in vielen Vereinen ihresgleichen sucht.
Unsere männliche Jugend B belegte knapp geschlagen hinter Ahlen den 2. Platz mit 7.196 P. Zwei Leistungen verdienen es hier besonders hervorgehoben zu werden: Lothar Rostek, 1.Jahr Jugend B lief die 1000 m beinah mühelos in 2:45,4 Min. und Herbert Sroka sprang 6,48 m weit.

Doris Wolff Doris Wolff

Bei den westfälischen Jugendmeisterschaften am 15./16. Juni auf der Bezirkssportanlage in Erle trat Doris Wolff die Nachfolge von Gertrud Schäfer an, die 1962 das Kugelstoßen und Diskuswerfen gewann.

Auch Doris Wolff wurde Doppelsiegerin: Im Kugelstoßen mit 10,63 m und im Diskuswurf mit 33,47 m. Außerdem wurde sie Vierte im Speerwerfen mit 31,38 m.

Erika Pollmann läuft allen davon Erika Pollmann läuft allen davon

Westfalenmeisterschaften 29./30.06 Menden

Schalker Mädel großartig. Holen sechs von zwölf Titeln bei Westfalenmeisterschaften.

Die 4x100m Staffel der Frauen Die 4x100m Staffel der Frauen

Zum gleichen Zeitpunkt trugen die Jugendlichen in Opladen bereits ihre Westdeutschen Meisterschaften aus.Das kleine Schalker Aufgebot schlug sich beachtlich, wenn es auch diesmal zu keinem Titel langte. Unsere Olympische Staffel mit Siegfried Jung, Ulrich Stegmann, Bernd Slabihoud und Jochen Bludau lief im Vorlauf in 3:39,5 Min. einen neuen Vereinsrekord und erreichte im Endlauf mit 3:39,9 Min. den 5. Platz. Fünfte Plätze erreichten: Doris Wolff im Kugelstoßen mit 10,52 m sowie im Diskuswerfen mit 32,80 m und Bernd Slabihoud mit 49,87m im Speerwerfen.

Am 6./7. Juli sah das kleine Betzdorf an der Sieg die westdeutschen Meisterschaften der Junioren und Juniorinnen. Gleich drei Meisterschaften konnten wir mit nach Hause bringen. Erika Pollmann siegte ganz überlegen über die 100 m Sprintstrecke in sehr guten 12,0 Sek. Gertrud Schäfer gewann das Diskuswerfen mit ausgezeichneten 44,66 m und das Kugelstoßen mit 13,52 m. Dafür bekam sie einen Ehrenpreis in Form eines goldenen 20-Markstückes. Annerose Frey wurde in der neuen Kreisrekordzeit von 2:26,1 Min. Dritte über 800 m.

Beim internationalen Sportfest am 23.7. in Minden erzielte der erst 15 jährige Lothar Rostek im 1000-m Lauf der Jugend mit 2:41,5 Min. eine ganz hervorragende Zeit.Es folgten am 27./28. Juli in Hamm die westdeutschen Meisterschaften der Männer und Frauen. Leider kam es nicht zu den erwarteten Titelgewinn. Aber nicht weniger als fünfmal erkämpften unsere Frauen und Männer einen ehrenvollen zweiten Platz, und nur das fehlende Quentchen Glück verhinderte die ersehnte Meisterschaft.
Über 100 m der Frauen hatte es Erika Pollmann nach ihrer eben erst überstandenen Gehirnerschütterung (Autounfall) sehr schwer in den Endlauf zu kommen. Hier lieferte sie sich dann überraschend mit Frl. Beyerischen (SC 99 Düsseldorf) ein erbittertes Duell um den Sieg, daß Frl. Beyerischen hauchdünn für sich entscheiden konnte. Für beide Läuferinnen wurde 12,1 Sek. gestoppt.

Reinhild Nietmann erkämpfte sich über 400 m eine sichere Vizemeisterschaft in 57,7 Sek. Gleich zweimal auf dem Treppchen stand Gertrud Schäfer.Im Kugelstoßen belegte sie hinter der Siegerin Marlene Klein ( Olympia Euskirchen) den 2. Platz mit guten 13,90 m.

Erika Pollmann (links) Erika Pollmann (links)

Im Diskuswerfen endete Gertrud auf den fünften Platz mit 43,32 m. Auf einer sehr schlechten Anlage wurde Wilma Wildemann Zweite im Weitsprung der Frauen mit 5,64 m. Die erwartete Leistung zeigte die 4 x 100 m Staffel der Frauen in der Besetzung Wildemann, Pollmann, Baranowski und Nietmann, die trotz schlechter Wechsel den 3. Platz erreichte und mit 49,2 Sek. den von uns gehaltenen Kreisrekord einstellte.Jürgen Faude wurde Vizemeister über 800 m in 1:54,4 Min. hinter Nürnberger (OSV Hörde) der 1:54,3 Sek. lief. Einen vierten Platz erreichte Werner Wildemann im Dreisprung mit 14,19 m. Annerose Frey verbesserte ihren eigenen Kreisrekord im 800 m-Lauf der Frauen auf 2:24,8 Min. Trotzdem reichte es nur zum 7. Platz. Dietmar Schäfer wurde 7. im Hammerwerfen mit 51,76 m.

Deutsche Meisterschaften 9./11.8. in Augsburg. Einen vierten Platz erreichte Wilma Wildemann-Fabert im Weitsprung mit 6,10 m. Gertrud Schäfer erkämpfte sich im Kugelstoßen einen guten 6. Platz. Im Diskuswerfen erreichte sie den 7. Platz mit 43,89 m. Beim Süchtelner Bergfest am 18. August erzielte Dietmar Schäfer im Hammerwerfen ausgezeichnete 54,61 m. Dafür erhielt er den Ehrenpreis der Stadt Süchteln.

Siebter Deutscher Titelgewinn für die Schalker Leichtathleten seit der Neugründung 1952 bei den Deutschen Junioren- und Juniorinnen-Meisterschaften am 31. August und 1. Sept. in Ludwigshafen a. Rh. Erika Pollmann wurde Vizemeisterin über 200 m in 25,0 Sek., hauchdünn hinter Heidrun Bujak (SC Weiß-Blau Frankfurt) die ebenfalls 25,0 Sek. lief. Am Sonntag, dem 1. September bewarben sich 24 Läuferinnen um den Titel der Deutschen Juniorenmeisterin über 100 m. Erika Pollmann gewann den Vorlauf ( 12,3 sek.) und den Zwischenlauf ( 12,1 sek.).

Im Endlauf übernahm sie sofort vom Start an die Führung und siegte in 12,1 sek. Das war ihr dritter Deutscher Titelgewinn. Annerose Frey belegte im 800-m Lauf einen kaum erhofften 6. Platz in 2:21,9 Min. Mit dieser Zeit stellte sie einen neuen Kreisrekord auf. Bei einem Abendsportfest 18.9. in Iserlohn verbesserte Lothar Rostek schon wieder seine Bestzeit über 1000 m. Er lief mit 2:39,9 Min. sogar Kreisrekord.

Am 22.09. richtete der Fußball und Leichtathletikverband Westfalen verbandsoffene Schüler- und Schülerinnen-Bestenkämpfe aus. Die herausragenste Leistung dieser Kämpfe war der Sieg unserer Schülerinnen A in der 4 x 100 m Staffel in 54,0 Sek. Folgende Mädchen trugen zu der Glanzleistung bei: Roswhita Krause, Bärbel Kussauer, Ursula Schubert und Annemarie Henneken.

Am 06. Oktober war die Stadt Kassel Schauplatz des 6. Treffen der Leichtathletinnen zwischen Deutschland und Polen, den Deutschland mit 131,5 : 117,5 Punkten gewann. Wilma Wildemann steigerte ihre persönliche Leistung um 1 cm auf 6,11 m die ihr den 3. Platz einbrachte.Damit stelle sie einen neuen Kreisrekord auf und erfüllte die Olympianorm für 1964. Nicht so gut lief es bei unserer anderen Teilnehmerin Erika Pollmann. Mit der 4 x 100 m-Staffel wurde sie Zweite in 46,2 zeitgleich mit Polen, die ebenfals 46,2 lief. Über 200 m lief sie 25,6 Sek. Das reichte nur zum 6.Platz der etwas enttäuschte.